Günstig und vogelfreundlich: Vortex bietet Windkraft ohne Flügel

Windkraftwerke fallen auf – sowohl optisch als auch akustisch. Hörbar sind die Windgeneratoren nur aus der Nähe, aber vergleicht man sie mit der Vortex-Turbine, wirken selbst diese noch laut. Der US-Entwickler Vortex arbeitet gegenwärtig an einer blattlosen Windturbine, die sich im Vergleich mit einer Standardturbine mit drei Flügeln vor allem durch deutlich geringere Betriebskosten auszeichnen soll.

Sparsam und vogelfreundlich im Kleinwindbereich

Dementsprechend wirbt der Hersteller auch mit der Sparsamkeit seines Produktes, die nicht von ungefähr kommt: Rund 50 Prozent weniger Produktions- und Betriebskosten sollen sich mit der neuen Technologie realisieren lassen. Ein so hoher Wert braucht auch nicht weiter zu verwundern, denn schließlich sind in der Anlage weder Flügel noch ein Motor verbaut. Zudem gibt es keine sich drehenden Teile, was den Wartungsbedarf noch weiter reduziert. Das Fehlen von Flügeln bringt auch noch einen weiteren Vorteil mit sich, den Tierschützer sehr begrüßen werden: Windkraft und Vogelschutz stehen nicht weiter im Konflikt miteinander.

Wie aber soll eine Windkraftanlage ohne Flügel funktionieren? Der Name Vortex liefert bereits einen Hinweis, denn genutzt wird die bereits aus Strömungsmechanik und Meteorologie bekannte Wirbelstärke, im Englischen als Vorticity bezeichnet. Diese lässt sich am besten als die Tendenz des Windes zur Eigendrehung um eine Achse beschreiben. Laut Hersteller handele es sich dabei um einen aerodynamischen Effekt, der immer dann entsteht, wenn sich der Wind an einer festen Struktur bricht.

Im Falle der Vortex-Anlage wird diese Struktur dadurch in Schwingungen versetzt, wobei Energie erzeugt bzw. eingefangen wird. Die Umwandlung übernimmt auch hier ein Generator. Im Innern der Anlage befinden sich zusätzlich noch Magneten, mit deren Hilfe die Bewegung verstärkt wird. Laut Hersteller hätten Tests bereits gezeigt, dass einzelne Anlagen auch sehr nah beieinanderstehen können, ohne sich zu beeinträchtigen. Im Gegenteil: sie können sogar voneinander profitieren.

Die großen Windkraftanlagen werden sich durch diese Neuentwicklung aber noch längst nicht ersetzen lassen. Die Anlagen von Vortex sind ganz eindeutig dem Kleinwindbereich zuzuordnen, weswegen hier auch keine Schlüsseltechnologie für die Energiewende zu erwarten ist. Hinzu kommt, dass das Thema Vogelschutz bei Kleinwindanlagen bislang kaum von Bedeutung gewesen ist. Kleine, sich schnell drehende Anlagen verscheuchen Vögel recht zuverlässig.

Viele Befürworter sind von der Technik überzeugt

Die Technik hat dennoch viele Befürworter, die an sie glauben. Nur neun Tage hat der Hersteller benötigt, um über Crowdfunding beachtliche 60.000 Dollar anzusammeln, damit erstmalig ein Prototyp in Indien installiert werden kann. Ein recht geringer Preis für eine Windturbine, wenn man sie mit den propellergetriebenen Anlagen vergleicht. Die Leistung fällt dafür aber auch eher bescheiden aus. Gerade mal 100 Watt soll Vortex Atlantis, die erste in Serie gefertigte flügellose Windkraftanlage, erzeugen. Das Merchandising läuft aber schon wie bei den Großen: Tischmodelle der Vortex-Anlage und T-Shirts sind bereits erhältlich. Wer seinen Glauben an die neue Technik auch noch mit seinem Namen unterschreiben möchte, kann sich für nur fünf Dollar auf der Anlage in Indien verewigen lassen.

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