Die Energiewende ist auf dem Vormarsch

Wenn es nach dem Wissenschaftler Michael Sterner von der TH Regensburg ginge, sollten Unternehmen weniger über die Kosten der Energiewende klagen und die neuen Chancen stattdessen effektiver nutzen. Der Wissenschaftler der TH Regensburg ist als Leiter in der Forschungsstelle Energienetz und Energiespeicher (FENES) tätig. Er ist fest davon überzeugt, dass sich durch die Möglichkeiten moderner Speichertechnologien nicht nur neue Geschäftsfelder für mittelständische Firmen erschließen können, sondern auch Vorteile im Hinblick auf die eigene (kostengünstigere) Stromproduktion entstehen. In einem Interview mit der „Welt“ stand er wichtigen Fragen Rede und Antwort.

Laut Michael Sterner gibt es inzwischen viele Technologien, die eine Speicherung von Strom ermöglichen. Ein Klassiker ist dabei die mechanische Speicherung, die z.B. auch in Pumpspeicherwerken verwendet wird. Da die mechanische Speicherung günstig und effektiv ist, gilt sie als besonders beliebt. Abgesehen davon können thermische Speicher für die Speicherung von überschüssigem Strom verwendet werden. Es ist auch möglich, mit Wärmenetzen und Warmwasserspeichern den gewünschten Effekt zu erzielen.

Eine neue Innovation sind Akkus und Batterien, die sich speziell für dezentrale und mobile Anwendungen gut eignen. Die elektrochemischen Speicher befinden sich derzeit im „Anfangsstadium“ ihrer Entwicklungsphase. Noch ist diese Technologie am häufigsten in Batteriespeicherkraftwerken, oder der Elektromobilität vertreten. Allerdings besteht durchaus die Möglichkeit, dass Akkus und Batterien die Verbrauchermärkte in einigen Jahren erobern werden.

Eine weitere Technologie zur Speicherung von Energie ist „Power-to-Gas“. Dabei handelt es sich um die chemische Speicherung von Solarenergie, die in Form von Erdöl, Erdgas und Kohle vorhanden ist. „Power-to-Gas“ beschäftigt sich mit der Frage, wie man diese Energieformen effektiv nutzen kann. Eine Möglichkeit besteht darin, Strom in Kohlenwasserstoffe (z.B. Gas) umzuwandeln und dadurch den Speicherprozess der Natur zu imitieren. Strom aus erneuerbaren Quellen wird dabei für die Elektrolyse von Wasser verwendet, wodurch Sauerstoff und Wasserstoff entstehen. Auch der Wasserstoff wäre ein guter Energieträger, doch die notwendigen Endgeräte sind noch zu teuer und haben keine lange Lebensdauer. Aus diesem Grund wird mit Wasserstoff und Kohlendioxid z.B. Windgas hergestellt, das viel Ähnlichkeit mit dem Erdgas hat. Das erforderliche CO2 kann dabei aus Biogas- und Kläranlagen, Kraftwerken oder Industrieanlagen stammen. Power-to-Gas befindet sich laut Michael Sterner noch in der Entwicklungsphase; das Potenzial der neuen Energiequelle ist jedoch vielversprechend.

Die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen spielt auch für Unternehmen eine wichtige Rolle. Besonders attraktiv für mittelständische Unternehmen ist ein Blockheizkraftwerk, das mit einer Photovoltaik-Anlage kombiniert wird. Dadurch ist es möglich, die Abhängigkeit von der Strompreisentwicklung zu reduzieren und Kosten zu sparen. Da Deutschland zu den Technologieführern im Bereich der alternativen Energien gehört, gibt es in diesem Bereich ein hohes Entwicklungspotenzial. Ob Batterien, Speicher oder komplexe Anlagen – in Zukunft werden Unternehmen noch mehr Möglichkeiten haben, um sich selbst mit Energie zu versorgen. Wie Michael Sterner schon sagte: Die Energiewende lässt sich nicht mehr aufhalten. Wichtig ist, die neuen Chancen zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen und somit nicht nur der Umwelt etwas Gutes zu tun.

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