Zeit für ein wenig Optimismus: „Next Energy“ und der Alltag der Zukunft

© kalafoto - Fotolia

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Wie sieht der Alltag der Zukunft aus, wenn es mit der Energiewende geklappt hat? Verbindliche Prophezeiungen diesbezüglich sind rar, aber ein wenig Optimismus kann angesichts manch schlechter Nachrichten heutzutage dennoch nicht schaden. „Next Energy“ heißt das Buch, in dem sich der Leser an Familie Janssens Alltag im Jahr 2050 erfreuen darf. Eine Vision, bei der die Klimaziele von heute zu den Selbstverständlichkeiten von morgen geworden sind.

Familie Janssens Alltag im Jahr 2050

Entstanden ist das Buch im Rahmen des sogenannten Bullensee-Kreises. Dieser bezeichnet einen regelmäßigen Austausch zwischen Praktikern und Wissenschaftlern aus dem Bereich Erneuerbare Energien und Energiewirtschaft. Gefördert wird dieser Kreis vom Versorger RWE, dessen Vorstandschef Werner Brinker zugleich auch Herausgeber des Buches ist.

„Next Energy“ zeigt dem Leser den (noch) fiktiven Alltag von Familie Janssen im Jahr 2050. Das Hauptaugenmerk liegt dabei natürlich auf allem, was mit Energie zu tun hat. So verfügt das Haus von Familie Janssen über eine lichtempfindliche Beschichtung an Decken und Wänden, mit der fortwährend Strom erzeugt wird. Nach der geglückten Energiewende kam eine Verkehrswende, die letztlich einen Schlussstrich unter die Notwendigkeit von Öl zu Transportzwecken zu setzen vermochte. Ein paar Alltagsprobleme von heute sind jedoch geblieben. Die Parkplätze sind teuer und Besitzer von Elektroautos dürfen keine Sonderbehandlung mehr erwarten.

Die Janssens sind sich uneinig darüber, ob denn überhaupt ein eigenes Auto vonnöten ist. Schließlich kommen sie dank dem Motto „Mobilität nach Bedarf“ auch ohne eigenes Fahrzeug gut durchs Land. Busse und Bahnen stehen auch in dieser Zukunft weiterhin zur Verfügung und in Ballungszentren kommen noch die sogenannten „Kapseln“ hinzu, mit denen Reisende zum gewünschten Ziel gelangen. Die Familie handelt ökologisch, ohne sich dessen so richtig bewusst zu sein. Die Themen Ressourcen und Energiegewinnung sind längst nicht mehr von nennenswerter Bedeutung.

Eine Vision aus Deutschland

Die Darstellung des Lebens im Jahr 2050 kommt sehr plastisch rüber. Die Autoren liefern jedoch längst nicht immer eine Beschreibung dessen, wie die einzelnen Errungenschaften erreicht werden konnten. Zudem fokussiert sich das Buch auf eine deutsche Perspektive, bei der von möglichen Problemen und Konflikten der Zukunft, wie sie beispielsweise durch Wassermangel entstehen könnten, nur ab und zu am Rande die Rede ist.

Dennoch wirkt das Buch nicht unglaubwürdig, denn die gelieferten Beschreibungen liefern ein präzises Bild. Das nicht zuletzt auch wegen geglückter Rückblicke in die Geschichte der Energieerzeugung und die damit verbundenen Fragestellungen. Eine Vision, die zeigt, dass wir alle in ein paar Jahrzehnten ressourcenschonend leben könnten.

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