Innovatives Projekt in der Wüste Arizonas

In Zukunft wird es immer wichtiger, Energie aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Herkömmliche Kraftwerke sind auf die Dauer schädlich, ja gar zerstörerisch für die Umwelt. Eine Umwelt, in der wir alle auch in Zukunft gerne leben wollen. Innovative Ideen zur Erzeugung von Öko-Energie sind dabei so wichtig wie das Getriebe in einem Motor. Eine solche Idee hatten die Gründer von SWET, einem Start-Up aus den USA.

Ein Kommentar zu einer Innovation

Knapp 700 Meter soll er in die Höhe ragen. Damit wäre er das größte Gebäude Nordamerikas und das zweithöchste der Welt. Die Rede ist vom Projekt des amerikanischen Start-Ups SWET (Solar Wind Energy Tower).

Das Start-Up plant den Bau eines gewaltigen, hohlen Turmes in der Wüste des amerikanischen Bundesstaates Arizona, nahe der Stadt San Luis. Laut Unternehmen wäre der Turm in der Lage, jährlich eine Energiemenge von 4.000.000  Megawattstunden zu produzieren. Damit wäre er leistungsstärker als der Hoover Damm.

Und so soll der Solar Wind Energy Tower funktionieren:

Durch ein Pumpsystem wird Wasser bis an die Spitze des zylinderförmigen Turmes befördert. Dort angekommen wird es über ein Rohrsystem über die gesamte Breite des Turmes verteilt und versprüht. Danach wird es durch die von Sonnenstrahlen erhitze Luft absorbiert, welche dadurch schwerer und kühler wird als die Luft außerhalb des Turmes. Da kalte Luft absinkt, „fällt“ diese abgekühlte Luft nun durch den Zylinder nach unten. Dabei nimmt sie Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h an. Unten angekommen wird sie durch einen Kegel am Boden aufgeteilt und in die Windkanäle am Fuß der Anlage geleitet. In jedem dieser Windkanäle befindet sich eine Turbine, die durch den Luftstrom angetrieben wird. An jeder Turbine ist ein Generator angebracht, der dann die kinetische Energie der Turbinen in elektrische Energie umwandelt und so nutzbar macht.

Effizienz der Anlage

Die Anlage kann in warmen Gegenden rund um die Uhr betrieben werden. Zur Produktion der Energie wird hier nichts weiter benötigt als Wasser. Es gibt keinen Schadstoffausstoß, keine Abfallprodukte. Für den Betrieb der Anlage wird auch kein weiteres besonderes Material benötigt, wie etwa bei Atomkraftwerken. Die Baukosten für eine solche Anlage belaufen sich nach Schätzungen des Start-Ups auf etwa 1,5 Milliarden Euro. Das klingt nach einer gewaltigen Summe, ist aber im Preis-Leistung-Verhältnis günstiger als ein AKW.

 

Schwierigkeiten für das Start-Up

Kritiker hatten zunächst bemängelt, dass das Kraftwerk dem ohnehin schon wasserarmen Staat Arizona die letzten Wasserreserven streitig machen werde. Die Gründer von SWET entgegneten, dass für den Betrieb der Anlage bereits eine Menge von 9,8 Milliarden Liter Wasser im Jahr ausreichend sei. Zum Vergleich: Eine Million Menschen verbrauchen im Jahr etwa 47,5 Milliarden Liter Wasser.

Dennoch wird es schwer werden, eine solche Menge im heißen Arizona zu beschaffen und vor allem vor Ort zu speichern. Nach einem der CEO’s der Firma wurde mit der Stadt San Luis ein 50-Jahres-Deal ausgehandelt, der die Versorgung der Anlage potentiell sicherstellt.

Dennoch besteht immer noch das Problem der Finanzierung der Anlage.

Ronald Pickett, CEO von SWET zur Finanzierung des Projekts: „Wir sind darauf vorbereitet, das Projekt zu entwickeln. Wir haben Verträge für vorläufige Finanzierungen. Wir haben eine Reihe von Vertragspartnern, wir haben alles. Alles, was wir noch brauchen sind die PPA’s.“

Die PPA’s (power purchase agreements) sind Verträge, die reine Energieproduzenten mit Energieversorgern aushandeln. Sie regeln die Abnahme des produzierten Stroms durch den Stromhändler.

Ohne solche langfristigen Verträge mit einem Abnehmer, die potentiellen Investoren Sicherheit geben würden, wird die Finanzierung des Projekts wohl zum größten Hindernis desselben.

Die Firmeninhaber hoffen, das Projekt bis Ende 2018 auf den Weg gebracht zu haben.

Ob es jemals dazu kommt, wird die Zukunft zeigen müssen.

 

Quellen:

https://www.greentechmedia.com/articles/read/will-the-2250-foot-solar-wind-tunnel-ever-be-more-than-a-pipe-dream

http://www.solarwindenergytower.com/the-tower.html#towervid

 

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