Energiewende ist günstiger als die Beseitigung der Folgeschäden

Demontage einer Windkraftanlage

Uwe Schlick / pixelio.de

Laut Ökonom Sir Niclas Stern kostet der Klimawandel mindestens fünfmal mehr als dessen Vermeidung durch eine schnelle und gezielte Energiewende. Eines ist sicher: Die Energiewende wird kommen. Und je früher sie kommt, desto besser. Eine rasche Energiewende hat ökonomische, ökologische, ethische und soziale Vorteile. Hierzulande gab es in den letzten elf Jahren drei „Jahrhunderthochwasser“, die – wie der Name bereits verrät – nur einmal im Jahrhundert passieren sollte. Jedes Mal gibt es Tote, vernichtete Existenzen, Tausende von Obdachlosen und Schäden in Milliardenhöhe – wie vor kurzem auch wieder auf den Philippinen.

Dass der Klimawandel verheerende Folgen hat, lässt sich weltweit erkennen. In Bangladesch wurde eine 4400 Kilometer lange Mauer errichtet, um Millionen von Klimaflüchtlingen abzuhalten. Nacht für Nacht versuchen Tausende von Afrikanern, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen und den Folgen des Klimawandels zu entfliehen. Ebenfalls tragisch war der Taifun, der in Oklahoma, USA, Schäden und Zerstörungen in Milliardenhöhe anrichtete. Oder die folgenschweren Hurrikans, die 2005 in New York und New Jersey für brennende Stadtviertel und Stromausfall gesorgt haben. Oder auf den Philippinen, wo wahrscheinlich mehr als 10.000 Menschen ihr Leben verloren haben. Das sind natürlich nur einige Beispiele: Doch die Anzeichen des Klimawandels werden weltweit immer deutlicher.

Anstieg des Meeresspiegels, Hochwasser, Gletscherschmelze und Hitzewellen – die ca. 2000 Wissenschaftler des Weltklimarats haben den Beginn des Klimawandels zutreffend vorhergesagt. Über die Folgen des Klimawandels wird jedoch größtenteils geschwiegen; stattdessen beklagt man sich über die zu teure Energiewende und steigende Strompreise.

Subjektiv betrachtet sind die meisten Politiker sicherlich für die Energiewende – doch in objektiver Hinsicht tun sie zu wenig dafür, um sie tatsächlich umzusetzen. Mit der „Strompreisbremse“ erschweren Umweltpolitiker wie Peter Altmaier die Energiewende. Laut Altmaiers Berechnung werde die Energiewende in 30 Jahren rund eine Billion Euro kosten. Dass diese hohe Zahl für Angst und Schrecken sorgt, ist verständlich. Doch wenn man die vermiedenen Folgeschäden sowie die verringerten Brennstoffkosten bei Öl, Gas und Kohle gegenrechnen würde, sähe die Zahl bei weitem nicht mehr so düster aus.

Pro Jahr zahlt Deutschland 90 Milliarden Euro an die russischen Gasbarone und die arabischen Ölscheichs. Rechnet man diesen Wert auf 30 Jahre hoch, liegt man bei 2,7 Billionen Euro. Dieses Geld könnte zukünftig in Deutschland bleiben, wenn wir unsere Energie aus Wasserkraft, Bio- und Windenergie beziehen würden. Sonne, Wind und Co. verursachen keine Kosten – sie sorgen dafür, dass wir die benötigte Energie bekommen und dabei keinen zusätzlichen Raubbau an der Natur betreiben. Abgesehen davon könnten durch einen raschen Klimawandel hohe Folgekosten vermieden werden. Wie teuer Umweltkatastrophen sind, wurde im letzten Hochwasser-Frühjahr wieder einmal verdeutlicht. Der britische Ökonom Sir Niclas Stern hat bereits 2007 errechnet, dass der Klimawandel mindestens fünfmal mehr kostet als eine rasche Energiewende. Ob in ökonomischer oder ökologischer Hinsicht – darüber, dass der Klimawandel nicht mehr tragbar ist, sind sich viele Experten einig.

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