Solar Roadways – die Energie liegt auf der Straße

Solar Roadways grafisch nachgestellt von Sam Cornett (Screenshot vom Video)

(Screenshot Video)

Rund 645.000 Kilometer sind es in Deutschland, 6,5 Millionen in den USA und fast 32 Millionen weltweit: Straßen. Sie sind ohne Zweifel ein wichtiger Teil unserer Infrastruktur, denn ohne sie ginge hierzulande wie auch in allen anderen Staaten der Welt nichts mehr. Ihr Nutzen soll hier auch nicht in Zweifel gezogen werden. Vielmehr soll eine Idee vorgestellt werden, die Straßen noch wichtiger machen könnte: Straßen aus Solarzellen.
Die Straße als Multitalent

Die Idee, künftig statt Asphalt Solarzellen zu verlegen, mag zunächst ein wenig utopisch klingen. Ein amerikanisches Tüftler-Ehepaar geht dieser Idee schon eine ganze Weile nach, wie Spiegel Online kürzlich zu berichten wusste. Ideengeber war eine Carrera-Bahn, die ja aus Strom führenden Straßen besteht. Julie und Scott Brusaw wollen noch einen Schritt weiter und eine Straße entwickeln, die den Strom auch selber produzieren kann. Auf diese Weise ließe sich gleich doppelt Öl einsparen, denn zum einen könnten mit der gewonnenen Energie Elektroautos aufgeladen und zum anderen Asphalt eingespart werden, zu dessen Herstellung ebenfalls Öl erforderlich ist.

Die Solarstraßen sollen jedoch noch mehr Funktionen erhalten. So verfügen sie über integrierte LEDs, mit deren Hilfe sich Fahrbahnmarkierungen wie Mittelstreifen darstellen lassen. Dadurch werden völlig neue Möglichkeiten eröffnet, denn durch die LEDs ließen sich auch Warnhinweise direkt auf der Fahrbahn einblenden. Darüber hinaus sind die Solar Roadways auch noch beheizbar, was in kalten Wintermonaten von großem Wert sein kann.

Es gab aber auch schon einige Hürden zu überwinden. Die Solarstraße muss mindestens so viel Haftung bieten wie herkömmliche Asphaltstraßen, und das sowohl im trockenen als auch nassen Zustand. Daraus leiten sich sehr hohe Anforderungen an die oberste Schicht der Panels ab, denen ein neu entwickeltes Glas gerecht werden soll. Dieses Glas ist nicht glatt, aber dafür so hart wie Stahl.

Jedes Modul besteht aus drei Teilen. Ganz oben befindet sich die bereits erwähnte Glasschicht zusammen mit Solarmodulen, LED-Leuchten und Heizung. In der darunter liegenden zweiten Schicht befindet sich die Steuerung. Eine Mikroprozessoreinheit ist dafür verantwortlich, die Leuchten zu aktivieren und mit anderen Einheiten zu kommunizieren. Als dritte und unterste Schicht kommt die Basis. Sie sorgt dafür, dass der oben gewonnene Strom zu Häusern und Ladestationen weitertransportiert wird. Zusätzlich können hier auch noch Kabel wie z. B. von Telefonleitungen untergebracht werden.

Das war aber noch nicht alles, denn an der Seite der Straße befinden sich Kanäle, in denen Wasser gesammelt und gefiltert werden kann. Auf der Straße gesammeltes Regenwasser geht also nicht verloren, sondern kann beispielsweise in der Landwirtschaft zur Bewässerung eingesetzt werden.

Erdbeben hält die Solarstraße zwar nicht stand, aber einzelne Module können bei Beschädigungen einfach ausgetauscht werden. Und noch ein Plus in puncto Sicherheit: Die einzelnen Elemente der Solar Roadways verbinden sich zu einem intelligenten Straßennetz. Autofahrer können so rechtzeitig vor Hindernissen gewarnt werden, indem die Hinweise einfach auf der Straße eingeblendet werden.

Pilotprojekt bereits in die Wege geleitet

Die Idee kam Julia Brusaw – von Haus aus Physiotherapeutin – als die Diskussion um den Klimawandel immer intensiver geführt wurde. Und die Idee kam an: Im Jahr 2009 gab es erste Forschungsgelder vom Staat, um einen Prototyp zu entwickeln. Die Versprechungen wurden gehalten. Deshalb konnte mit der Umsetzung eines Pilotprojektes begonnen werden, für welches das Tüftlerpaar noch einmal 750.000 Dollar erhielt.

Bis sich ganze Straßennetze aus Solarpanelen bilden werden, wird es allerdings noch ein wenig dauern. Dessen sind sich auch die Brusaws bewusst, weswegen sie klein beginnen möchten. Den Anfang sollen Geh- und Radwege sowie Parkplätze von Supermärkten machen. Jeder Quadratmeter Solar Roadway sei ein kleiner Schritt in Richtung Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Die deutlich größeren Schritte sind Landstraßen und Autobahnen auf der ganzen Welt. Das Potenzial wäre gewaltig, denn allein in Deutschland gibt es 18.000 Quadratkilometer an Verkehrsfläche, die dann zur Stromproduktion eingesetzt werden könnten.

Video von den Machern und der Idee:

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