Monitoringbericht Energie 2014: Deutsche zahlen Eu-weit den zweithöchsten Strompreis

© Jürgen Fälchle - Fotolia

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Etwas Derartiges geahnt haben wir ja schon immer, doch nun wird es von der Bundesnetzagentur auch noch bestätigt: Die Stromkunden in Deutschland zahlen EU-weit die zweithöchsten Preise. Das sagt zumindest der jüngst veröffentlichte „Monitoringbericht Energie 2014„. Auch die Gründe für die hohe Belastung der Verbraucher bringen keinerlei Überraschungen mit sich: Steuern, Abgaben und Umlagen machen rund 73 Prozent des Strompreises aus. Energiebeschaffung, Vertrieb und Gewinnmarge der Unternehmen belaufen sich zusammengenommen somit auf gerade mal 27 Prozent.

Wechsel aus Grundversorgungstarifen birgt nach wie vor Sparpotenziale

Dass in Deutschland nicht immer so hohe Preise für Strom bezahlt wurden, zeigt die Beobachtung über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Allein in der Zeit zwischen 2006 und 2014 hat sich der Strompreis in Deutschland um 30,5 Cent erhöht. Diesem Wert liegt ein Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden im Grundversorgungstarif zugrunde. So ergibt sich eine Preissteigerung von mehr als 60 Prozent. Aber es gibt in diesem Zusammenhang auch Gutes zu vermelden: Laut der Marktstudie hat sich der Preisanstieg seit 2013 zumindest stark abgeschwächt, denn innerhalb der letzten 12 Monate hat sich der Strom nur noch um wenig mehr als 1 Prozent verteuert.

Die Entwicklung der Strompreise ändert aber nichts daran, dass in vielen Haushalten noch Sparpotenziale brachliegen. Denn die meisten von ihnen haben den sogenannten Grundversorgungstarif gebucht, der laut der Studie im Vergleich mit anderen Tarifen die teuerste Versorgungsart darstellt. Wer den Vertrag auf einen zum Bedarf passenden Tarif umstellt oder gleich den Lieferanten wechselt, kann in vielen Fällen bares Geld sparen.

Marktanteil der großen Vier gesunken

Nach Einschätzung der Wettbewerbsbehörden haben sich die Verhältnisse auf dem Strommarkt in den letzten Jahren jedoch spürbar verbessert. So sei der Marktanteil der größten vier Stromerzeuger, RWE, Vattenfall, E.on und EnBW, seit 2010 von 73 auf 67 Prozent gesunken. Die geringere Stromerzeugung dieser Anbieter sei vor allem auf den anhaltenden Erfolg der erneuerbaren Energien zurückzuführen. Auch die marktbeherrschende Stellung bei der Belieferung von Industrie- und Gewerbekunden gehöre mittlerweile der Vergangenheit an, so der Präsident des Bundeskartellamtes Andreas Mund. Bei allen Kundengruppen sei festzustellen, dass sie vermehrt die Möglichkeiten zur freien Wahl des Stromanbieters nutzen. Diese Faktoren wirkten sich laut Mund preisdämpfend für Stromkunden aus.

So gut die Energiewende derzeit im Bereich der Erzeugung voranzukommen scheint, so wenig kann offensichtlich der Netzausbau damit Schritt halten. Immer öfter seien Eingriffe der Netzbetreiber zur Wahrung der Stromstabilität nötig. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, sagte dazu, man dürfe in seinen Anstrengungen deswegen nicht nachlassen und müsse den Netzausbau weiter beschleunigen.

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