BDEW – Erneuerbare Energien legen 2013 erneut zu

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Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft

Das Viertel rückt immer näher: Mit derzeit 23,4 Prozent konnten die erneuerbaren Energien weiter aufholen. Das ist deren Anteil an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland. Ebenfalls zugelegt hat aber auch die Energiegewinnung aus Braun- und Steinkohle. Leichte Rückgänge sind dafür bei der Atomenergie zu vermelden, starke Verluste sogar bei der Strom- und Wärmegewinnung aus Erdgas, so die aktuellen Schätzungen des Bundesverbands für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Erneuerbare vor allem durch Photovoltaik und Biomasse erstarkt

Die aktuell 23,4 Prozent Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromproduktion in Deutschland sind in erster Linie der Photovoltaik und der Biomasse zu verdanken. Die Energiegewinnung aus Sonneneinstrahlung konnte um ganze 7,3 Prozent gesteigert werden. Insgesamt ist deren Anteil an der Stromproduktion dadurch von 4,2 auf 4,5 Prozent angestiegen. Ebenfalls erfolgreich behaupten konnte sich die Biomasse, denn hier war eine Steigerung von 6,3 auf 6,8 Prozent verwirklicht werden. Ein leichter Rückgang wird bei der Windenergie verzeichnet. Witterungsbedingt sei nach BDEW der Rückgang um 3,5 Prozent. Erreichte sie im Jahr 2012 noch einen Anteil von 8 Prozent, waren es 2013 nur noch 7,9. Auch die Energiegewinnung aus Wasserkraft kommt mit einem geringen Defizit daher. Der Anteil sank von 3,5 (2112) auf 3,4 (2013) Prozent.

Braunkohleanteil leicht gestiegen, Erdgas und Atomkraft rückläufig 

Einen Verlust an Anteilen in signifikantem Maße musste auch im vergangenen Jahr aller Voraussicht nach die Erdgasbranche hinnehmen. War der Anteil im Jahr 2012 noch bei 12,1 Prozent gelegen, sank er 2013 auf 10,5 Prozent. Laut BDEW soll das vor allem daran liegen, dass viele Kraftwerke schlicht nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Das habe sich vor allem während der ersten 10 Monate deutlich abgezeichnet, denn in diesem Zeitraum sei der Anteil schon um 13 Prozent zurückgegangen. Dies gilt nur für Kraftwerke, die Strom und Wärme gleichzeitig produzieren. Bei der alleinigen Stromproduktion sank der Anteil sogar um gut ein Drittel (33,6 Prozent).

Verantwortlich für diese Entwicklung sei laut BDEW vor allem die Differenz zwischen Gas- und Kohlepreisen. Durch den vergleichsweise hohen Gaspreis werden sowohl in Deutschland als auch in anderen EU-Ländern immer mehr Kraftwerke aus der Merit Order gedrängt. Diese gibt die Reihenfolge der Kraftwerkseinsätze an – geordnet nach Wirtschaftlichkeit.

Einen leichten Rückgang musste auch die Kernenergie in Kauf nehmen. Im Jahr 2012 lag der Anteil noch bei 15,8 Prozent. In 2013 waren es dann noch 15,4. Einen Zuwachs konnte hingegen die Steinkohle verzeichnen. Von 18,5 geht es den Prognosen zufolge auf 19,7 Prozent hinauf. Den Löwenanteil an der Energieerzeugung in Deutschland übernimmt jedoch weiterhin die Braunkohle. Auch hier wird ein Anstieg erwartet – von 25,5 auf 25,8 Prozent. Alle noch verbleibenden Stromerzeuger wie beispielsweise Heizöl und Pumpspeicher bringen es zusammen noch auf 5,2 Prozent (2012: 5,3).

EEG bleibt weiterhin reformbedürftig

Zu den aktuellen Schätzungen sowie zum Erneuerbare-Energien-Gesetz äußerste sich BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller. Trotz des im vergangenen Jahr gestiegenen Anteils bleibe das Gesetz vor allem in Bezug auf die Kosteneffizienz reformbedürftig. Eine Reform gehöre zu den wichtigsten Aufgaben der neuen Bundesregierung im Jahr 2014. Was bisher im Koalitionsvertrag steht, reiche nach Müller noch nicht aus. Vielmehr bedürfe es mutigeren Handelns, was die Ausgestaltung der Zeitpläne betrifft. Die Kosteneffizienz müsse künftig verstärkt in den Vordergrund gerückt werden. Die Hoffnungen ruhen derzeit auf den Ankündigungen der Bundesregierung, bis Ostern eine fundamentale Reform des EEG vorlegen zu wollen.

Die Entwicklung, wie sie sich derzeit abzeichnet, ist vor allem dem Ausbau der erneuerbaren Energien zuzuschreiben. Daneben spiele laut BDEW aber auch die zentrale Lage Deutschlands in Europa eine gewichtige Rolle. Dies ließe sich vor allem aus dem physikalischen Stromfluss ins benachbarte Ausland ermessen. Denn laut Saldo wurden auf diesem Wege 33 Milliarden Kilowattstunden ins Ausland geleitet. Im vorhergehenden Jahr waren es noch 23 Milliarden. Größter Abnehmer im vergangenen Jahr waren die Niederlande. Der Strom wurde dort jedoch nicht komplett verbraucht, sondern auch in weitere Nachbarländer wie Großbritannien und Belgien weitergeleitet.

Handlungsbedarf bleibt bestehen: Keine Beruhigung für Strommarkt in Deutschland

Hildegard Müller vom BDEW sieht darin ein Zeichen, dass der Binnenmarkt innerhalb der EU funktioniere. Es sei hingegen kein beruhigendes Indiz für die aktuelle Situation in Deutschland. Das gilt vor allem im Hinblick auf die hohe Zahl der Kraftwerksstilllegungen. Außerdem sei allein durch diese Zahlen noch längst nicht gewährleistet, dass jederzeit und überall auch Strom verfügbar ist. Genau das müsse aber stets der Fall sein. Wichtig sei zudem, dass die Kraftwerkskapazitäten auch dann noch ausreichend sind, wenn Stromkunden höchste Leistungsanforderungen erwarten. Ein schnelles politisches Handeln sei demnach auch weiterhin erforderlich.

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