Aus Strömung wird Strom: Unterwasserkite – Energie vom Meeresgrund

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Quelle: Minesto – Deep Green Technology

Ganze 18 Gigawatt Leistung geradewegs vom Meeresgrund. Wie das funktionieren soll, zeigt uns auf eindrucksvolle Weise die schwedische Firma Minesto. Mit Unterwasserdrachen, den sogenannten Kites, soll aus Strömungen Strom werden. Und dieser könnte sogar grundlasttauglich sein, denn die Strömungen unter Wasser sind weitaus beständiger als die der Luft.

Schwedische Unterwasserdrachen

Minesto heißt die Firma aus Schweden, die den Meeresgrund mit Drachen besiedeln möchte. Die an ein Surfbrett mit Unterbau erinnernden Unterwasserkites sollen sich Meeresströmungen zu Nutze machen, um in ständiger Bewegung zu bleiben und so Strom zu erzeugen. Denn bei diesem Unterbau handelt es sich um einen Generator, der wiederum durch die Bewegung des Kites angetrieben wird. Ein einzelnes Unterwasserkite kommt mit einer Spannweite von bis zu 14 Metern daher. Am Bauch befestigt: Ein Turbogenerator, in dessen Schaufeln das Wasser strömt. Von diesem führt ein Kabel zur Verankerung am Boden, von wo der Strom dann zum Land weiter transportiert wird.

Die Unterwasserkites bewegen sich kontinuierlich, und zwar in Form einer Acht. Sie tänzeln sozusagen wie ein Drache im Wind. Wasser aber ist ein sehr viel dichteres Medium , weswegen es keine Spannweiten wie bei Windrädern braucht. Übrigens sollen Kites auch nicht von oben zu sehen sein. Zwischen 50 und 300 Metern tief können sich die Energiedrachen befinden und somit auch nicht zum Hindernis für Schiffe werden.

Erst bei Serienfertigung wirtschaftlich

Die Prognosen lassen Großes vermuten: Das geplante Kraftwerk Deep Green, welches vor der Küste Englands entstehen soll, wird nach derzeitigen Berechnungen einmal dazu in der Lage sein, bis zu 18 Gigawatt an Strom zu erzeugen. Das ist mehr Strom, als ihn zwölf der derzeit größten Kernkraftwerke zusammen erzeugen können. Je nach Standort und Spannweite kann ein einzelnes Kite dabei eine Leistung zwischen 150 und 800 Kilowatt bringen. Derzeit sollen zwei dieser Unterwasserkraftwerke laut Geschäftsführer Ander Jansson aber noch bis zu 2,4 Millionen Euro kosten. Etwas zu viel für eine wirtschaftliche Stromerzeugung. Pro Kilowattstunde würde der Strom dann 25 Cent kosten. Käme es jedoch zu einer Serienfertigung, kann der Strompreis – nach vorsichtiger Einschätzung – sich irgendwo zwischen 6 und 24 Cent pro Kilowattstunde einpendeln.

Auch in den USA arbeitet man mit Kites

In den USA wird derzeit ein ähnliches Projekt voran getrieben. Erst vor Kurzem hat der Maschinenbauprofessor Savid Olinger 300.000 Dollar von der National Science Foundation erhalten, um noch in diesem Jahr sein erstes Unterwassermodell fertig stellen zu können. Es soll vor allem für konstante Ströme wie den Golf- oder Floridastrom ausgelegt werden. Beide vereinigen sich an der Ostküste Floridas. Olinger schätzt, dass hier bis zu 20 Gigawatt an Leistung herauszuholen sind.

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