Strompreis – Kostenfaktor gewinnt bei Standortwahl zunehmend an Bedeutung

Industriepark Gersthofen

Industriepark Gersthofen / Quelle: MVV Energie

Steigende Stromkosten sind für viele Unternehmen ein Problem. Zu den besonders verbrauchsintensiven gehören Unternehmen der chemischen Industrie. Hier sind die Stromkosten demnach auch ein besonders wichtiger Faktor, wenn es um die Wahl zukünftiger Standorte geht. Zur Verdeutlichung der Problematik hatte die Geschäftsführung der MVV Enamic IGS den bayerischen Finanzstaatssekretär in den Industriepark Gersthofen eingeladen.

Finanzstaatssekretär besuchte Industriepark Gersthofen

Finanzstaatssekretär Johannes Hintersberger (CSU) konnte sich auf Einladung der Betreibergesellschaft MVV Enamic IGS selbst ein Bild von der Situation machen. Die Präsentation galt vor allem dem Industriepark Gersthofen und den dort ansässigen Unternehmen. Präsentiert wurden sowohl die zwölf Unternehmen selbst als auch deren Leistungsspektrum.

Die chemische Industrie gilt als besonders Intensiv, was den Stromverbrauch anbelangt. Ein Beispiel ist die CABB GmbH. Das weltweit tätige Unternehmen aus dem Bereich der Spezialchemie hat nicht nur einen besonders hohen Energieverbrauch. Es kann aus verfahrenstechnischen Gründen auch nicht einfach auf erneuerbare Energien ausweichen. Ein Umstand, der in puncto Standortwahl besonders zum Tragen kommt, denn bei einem so hohen Verbrauch kann der Strompreis über Wohl und Wehe des Unternehmens entscheiden. Das Unternehmen produziert Chlor und ist in der Region Augsburg von großer Bedeutung, vor allem natürlich als Arbeitgeber.

Regelungen für energieintensive Unternehmen

Derzeit stehen die EEG-Umlagen für besonders energieintensive Unternehmen in der Diskussion. Hier gibt es nämlich Ausnahmeregelungen für besonders energieintensive Unternehmen. Diese sollen nämlich in Einzelfällen wegfallen, um die betreffenden Unternehmen zu entlasten. Geplant sind rund 5,1 Milliarden Euro, um die Industrie durch Wegfall oder Verringerung der EEG-Umlagen zu unterstützen. Die Angelegenheit stößt jedoch in der EU auf Widerstand, die darin einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vermutet. Hinzu sollen dann auch noch Rückzahlungen für die vergangenen zwei bis drei Jahre kommen. Sowohl für die Chemie- als auch für Zement und Stahlindustrie wären dann Zahlungen in Millionenhöhe zu befürchten.

CABB GmbH ist nicht alleine: 2.700 Unternehmen hoffen auf Vergünstigung beim Strom

Dieses Jahr sollen bis zu 2.700 Unternehmen, die einen besonders hohen Energieverbrauch haben, von der EEG-Umlage befreit werden. Ursprünglich sollten es jedoch nur 2.300 sein. Die EU befürchtet, dass dadurch Kostenverlagerungen entstehen, die letztlich zu Lasten kleiner Verbraucher wie privater Haushalte gingen. Von Seiten der Bundesregierung wird argumentiert, dass man die Unternehmen konkurrenzfähig halten wolle.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) reagierte frühzeitig auf die Bestrebungen aus Brüssel, indem es die Bescheide zur Entlastung der Unternehmen früher als sonst verschickte. Damit wurde das Ziel verfolgt, bei den Unternehmen eine gewisse Rechtssicherheit zu schaffen.

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