Eigenverbrauchsumlage: Abwicklung verzögert sich – gezahlt wird später

energieEigentlich sollte sie schon längst kassiert werden – die EEG-Umlage für Eigenerzeuger, die am 1. August 2014 in Kraft getreten ist. Doch unklar ist noch immer, wie und durch wen die Umlage erhoben werden soll. Die unterjährige Abwicklung wird deshalb durch die Übertragungsnetzbetreiber vorerst ausgesetzt.

Jetzt wichtig für Anlagenbetreiber:

  • Es ist noch keine Meldung über den Eigenverbrauch an den Übertragungsnetzbetreiber notwendig
  • Sie erhalten keine Rechnung zur Zahlung der Umlage
  • Die EEG-Umlage könnte nach Inkrafttreten der Verordnung auch rückwirkend erhoben werden, vermuten die Übertragungsnetzbetreiber, schaffen Sie Rücklagen
  • Bestehen bleibt die Meldepflicht für die Jahresabrechnung nach Paragraf 74 EEG 2014

Erstaunlich schnell wurde das Erneuerbare Energien Gesetz Mitte des Jahres novelliert. So wundert es kaum, dass nicht alle Details geklärt worden sind. Etwa die für die Verbraucher und Netzbetreiber nicht ganz unwesentliche Frage, wie denn nun die EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Solarstrom erhoben werden soll.

Festgelegt wird dies in der Ausgleichsmechanismusverordnung. Diese besteht seit 2009. Ziel dieser Verordnung ist es, „ […] den nach dem EEG vergüteten Strom aus Erneuerbaren Energien finanziell und energiewirtschaftlich effizienter sowie in einem transparenteren Verfahren an die Verbraucherinnen und Verbraucher zu leiten, als dies nach den Vorschriften des bundesweiten Ausgleichs derzeit geschieht,“ so erklärt es die Clearingstelle EEG.

Das Bundeswirtschaftsministerium überarbeitet derzeit diese Verordnung. Klar ist: Gezahlt werden muss für Anlagen, die seit August 2014 in Betrieb gegangen und mehr als zehn Kilowatt Leistung haben, bzw. für ältere Systeme, die erst seit August den Eigenverbrauch der elektrischen Energie erlauben. Wie lange es dauern wird, die Verordnung anzupassen, ist noch unklar. Im Gespräch ist das erste Quartal 2015. Bis dahin aber sollen die Zahlungen ausgesetzt werden.

Eigenverbrauch-Abrechnung durch Verteilnetzbetreiber

Bisher wird erfolgt die Abrechnung der Umlage über die Übertragungsnetzbetreiber. Verkauft also ein Erzeuger seinem Nachbarn Strom, meldet er diese seinem Übertragungsnetzbetreiber und zahlt die Umlage an ihn.

Anders soll dies anscheinend bei selbst verbrauchtem Solarstrom ablaufen. Hier schienen die Verteilnetzbetreiber mit der Abrechnung beauftragt zu werden. Grund dafür sei, dass diese ohnehin mit den Anlagenbetreibern in Kontakt stünden und zudem Zugriff auf die dort installierten Messsysteme hätten. Dies solle, so zumindest die Annahme, die Abrechnung vereinfachen. Das erhobene Geld müssten die Verteilnetzbetreiber dann an die Übertragungsnetzbetreiber weiterreichen. Angedeutet ist dieses Prozedere bereits in §91 des EEG 2014.

Extra Stromzähler für den Eigenverbrauch?

Die selbst verbrauchte Strommenge muss laut EEG über ein geeichtes Messsystem (EEG 2014 in Paragraf 61 Absatz 6) erhoben werden. Das heißt, es müsste nach derzeitigem Stand ein weiterer Zähler für den Eigenverbrauch eingebaut werden. Zähler, die selbst verbrauchten Strom, die Stromeinspeisung in das Netz und den aus dem Netz bezogenen Strom separat zu messen, gibt es allerdind noch nicht.

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