Die Vorreiterrolle Japans bei Elektromobilität ist kein Zufall

Japan nimmt mehr und mehr eine Vorreiterrolle in Sachen Elektromobilität ein. Der neue „Index Elektromobilität“ von Roland Berger Strategy Consultants bestätigt, dass die Japaner gegenüber den Herstellern aus Europa und den USA sowohl bei Neuwagenverkäufen als auch der technologischen Weiterentwicklung Vorteile haben, die sich in einer klaren Führerschaft und in hohem Wachstumspotenzial niederschlagen.

Der aktuelle „Index Elektromobilität“ vergleicht die Wettbewerbspositionen aller führenden Automobilnationen, also von Deutschland, Frankreich, den USA, Italien, Südkorea, China und Japan. Analysiert werden dafür vor allem der Markt, die Industrie und deren Technologien. Japans Stärken liegen demnach vor allem im Bereich der Batterie- und Zellproduktion. Der Wettbewerbsvorteil kommt nach Roland Berger in erster Linie dadurch zustande, dass in Japan die komplette Bandbreite an Komponenten selbst hergestellt wird. Alle Teile können direkt vor Ort bezogen werden. In Japan wird somit die komplette Wertschöpfungskette abgedeckt.

Derzeit ist man in den USA jedoch darum bemüht, aufzuholen. Denn Tesla Motors plant den Bau einer sogenannten „Gigafabrik“, in der Lithium-Ionen-Akkus hergestellt werden sollen. Die folgen dieses Vorhabens könnten sein, dass die USA mittelfristig die Führung in der lokalen Zellproduktion übernehmen.

Zum Erfolgsrezept der Japaner gehören aber noch mehr Faktoren. Japanische Elektroautos können ein sehr attraktives Preis-Leistungsverhältnis vorweisen. Ein per Elektromotor betriebener Neuwagen kostet in Japan rund 40 Prozent weniger. Dieser preisliche Vorteil hat mittlerweile dazu geführt, dass rund 80 Prozent der Elektroautos in Japan privat genutzt werden. Hinzu kommt noch ein als vorbildlich zu bezeichnender Ausbau der Lade-Infrastruktur. Daneben wird auch auf ein hohes Maß an Konnektivität Wert gelegt, also die Vernetzung des Fahrzeugs mit entsprechenden Anwendungen, die vor allem der Vorausplanung dienen.

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