Elektroautos: Geht von den Akkus wirklich eine Gefahr aus?

Ein durch Feuer zerstörtes Tesla Model S  |  © Tennessee Highway Patrol/Reuters

Ein durch Feuer zerstörtes Tesla Model S |
© Tennessee Highway Patrol/Reuters

Elektroautos müssen sich schon einiges an Kritik gefallen lassen. Sicher, die Technik ist noch nicht weit verbreitet auf Deutschlands Straßen, kann aber dennoch überzeugen. Für einigen Aufruhr sorgte dann aber der Hersteller Tesla bzw. drei seiner Fahrzeuge, deren Batterien Feuer fingen. Das wirft nun die zusätzliche Frage auf, wie sicher eigentlich die Lithium-Ionen-Akkus sind und welche Gefahr bei einem Brand für die Insassen des Fahrzeugs ausgeht.

Dreimal Feuer – dreimal Tesla – dreimal die Batterie

Gleich drei Fahrzeuge des Herstellers Tesla haben in den vergangenen zwei Monaten Feuer gefangen. Bei allen handelt es sich um den Tesla Model S. Alle drei Brände entstanden durch eine mechanische Beschädigung des Akkus, die wiederum auf physisches Einwirken von außen zustande kamen. Zweimal wurden auf dem Highway Metallobjekte überrollt und dann in die Batterie geschleudert. Im dritten Fall prallte das Fahrzeug zuvor gegen eine Wand. Glücklicherweise wurde bei allen drei Unfällen niemand verletzt. Das ist nicht nur dem Glück zu verdanken, sondern auch den bereits im Fahrzeug verbauten Sicherheitsmechanismen.

Kühlsystem überfordert: Der Unfallhergang

Die Teslas sind aber auch nicht die einzigen Fälle. Auch ein Chevy Volt und ein Fisker Karma, beides Hybrid-Modelle, wurden bereits ein Raub der Flammen. Sind Batterien deswegen nun ein erhebliches Sicherheitsrisiko? Im Falle der zwei Model S wurden Metallstücke überfahren, die daraufhin die etwa 6 Millimeter dicke Schutzplatte durchschlugen und in den Batteriezellen Kurzschlüsse auslösten. Ein Akku enthält nun je nach Modell Hunderte bis Tausende solcher Zellen, und werden mehrere gleichzeitig durch solches Einwirken beschädigt, dann greift auch der zweite Sicherheitsmechanismus im Tesla Model S nicht mehr, nämlich das flüssigkeitsbasierte Kühlsystem. Es soll die Ausbreitung eines Brandes verhindern. Die Fahrer vor schlimmerem bewahrt hat letztlich der dritte Schutz, die Feuerschutzwand zwischen Fahrgastraum und Akku.

Folgen der Brände: Bislang nur geringfügige Nachbesserungen

In Folge dieser Unfälle hat Tesla bereits versprochen, für die Schäden im Rahmen einer Garantieleistung aufzukommen. Die Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration möchte nun herausfinden, ob das Modell einer Modifizierung bedarf. Tesla selbst hat bereits etwas nachjustiert: Per Software-Update wird nun bei höheren Geschwindigkeiten der Abstand zwischen Akku und Straße über die Luftfederung vergrößert. Das scheint bislang aber alles gewesen zu sein. Eine dickere Schutzplatte kommt aktuell nicht in Frage, da Tesla befürchtet, dass die Reichweite unter dem zusätzlichen Gewicht zu leiden hätte. Tesla-Chef Elon Musk argumentiert, dass die bisherigen Schutzmechanismen dafür gesorgt hätten, dass die Fahrer das Fahrzeug ohne Verletzungen verlassen konnten.

Möglichkeiten der Verbesserung gibt es dennoch: Andere Hersteller von Elektroautos verwenden für ihre Elektroden andere Materialen, die mehr Hitze vertragen. Diese speichern aber weniger Energie und verteuern den Akku. Die Unternehmen Toyota und Sakti3 arbeiten bereits an nicht entflammbaren Elektrolyten, mit denen sich das Problem ebenfalls lösen ließe.

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