Elektroauto – Neue Möglichkeiten für alte Akkus

Whin mit Elektroauto Batterien?

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Dass die Anzahl der Elektroautos auf unseren Straßen stetig zunimmt, ist eine erfreuliche Entwicklung. Sie wirft aber auch neue Fragen auf. Eine davon: Was tun mit alten Batterien? Hier sind innovative Lösungen gefragt und erste Ansätze kommen von den Wissenschaftlern des Instituts für Wirtschaftsinformatik und vom Batterieforschungszentrum der Universität Münster. Hier werden Konzepte entwickelt, die eine Weiterverwendung der Batterien vorsehen. Denn auch wenn die Leistung der Akkus für den Betrieb eines Elektroautos nicht mehr ausreicht, so sind sie deswegen noch lange nicht unbrauchbar. Werden sie weiterverwendet, erhöht das deren Wert, was wiederum Kostenvorteile mit sich bringt. Und diese wiederum kommen dem Besitzer des Fahrzeuges zugute.

Zweites Leben für alte Akkus

Beim Projekt „EOL-IS“ (End-of-Life Solutions für Akkus von Elektroautos) dreht sich alles um die Weiterverwendung von Akkus, die vormals in Elektroautos ihren Dienst versehen haben. Reichen deren Kapazitäten nicht mehr aus, können sie an anderer Stelle verwendet werden. Denkbar ist beispielsweise ein Einsatz als Zwischenspeicher für Strom, der mit Hilfe von Windkraftanlagen oder Sonnenkollektoren gewonnen wurde. Diese Idee für einen Stromspeicher verfolgt auch ReeVOLT! mit gebrauchten E-Bike-Akkus. Die Lithium-Zellen des Herstellers biketec besitzen nach ihrem Leben im Ebike noch ausreichend Kapazität, um sie in einem stationären Stromspeicher einzusetzen. Durch die Verwendung von Recycling-Akkus fallen die Kosten für einen Solarstromspeicher niedriger aus. Den ReeVOLT!-Stromspeicher kaufen kann man schon für etwa 6.000 Euro – die Hälfte dessen, was für einen vergleichbaren Speicher mit neuen Akkus fällig wäre.

Auch BMW und Vattenfall forschen

Ein Konzept, mit dem sich bereits der Automobilhersteller BMW zusammen mit dem Energieversorger Vattenfall befasst. Das Forschungsprojekt „Second Life Batteries“ soll neue Einsatzmöglichkeiten für alte Batterien finden. Auch hier denkt man an den Einsatz als Zwischenspeicher für Ladestationen oder als Großspeicher zur Stabilisierung des Netzbetriebs. Erste Praxistests haben bereits bewiesen, dass ein zweiter Einsatz und somit eine zweite Lebenszeit möglich ist. Der Akku wird gewöhnlich dann ausgetauscht, wenn seine Kapazität bei 75 Prozent angelangt ist. Bei Elektroautos mag das zu nennenswerten Einbußen in Bezug auf die Reichweite führen, aber andernorts kann dieser Akku noch gute Dienste leisten.

Weiterverwendung kann Anschaffungspreise senken

An der Universität Münster ist man zudem noch damit beschäftigt, eine Software zu entwickeln, die automatisch die beste Möglichkeit der Weiterverwendung bestimmen soll. Dazu äußerte sich gegenüber dem Magazin carlIT der wissenschaftliche Leister des Projektes „EOL-IS“, Dr. Daniel Beverungen. Sein Projekt trage dazu bei, die Weiterverwendung von Batterien zu etablieren, wodurch sowohl Automobilindustrie als auch Verbraucher profitieren würden. Die Anschaffungspreise würden sinken und günstigere Anschaffungspreise können dann wiederum zu einem steigenden Interesse an der Elektromobilität führen.

Um diese Pläne umzusetzen, arbeitet man an der Uni Münster mit Automobilherstellern, Energieberatungen und Recyclingunternehmen zusammen. So sollen Lösungen gefunden werden, um letztlich jede gebrauchte Batterie einem neuen Zweck zuführen zu können. Dazu werden verschiedene Nutzungsszenarien erhoben, aus denen sich die Anforderungen ableiten.

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