Deutsche Bahn: Höhere Ticketpreise durch Verzicht auf Rabatte bei der Ökostrom-Förderung möglich

Höhere Ticketpreise bei der Bahn möglich

Lorenz Rings / pixelio.de

Da die Bahn in Zukunft auf Rabatte bei der Ökostrom-Förderung verzichten will, muss sie mehr Abgaben zahlen. Die Mehrkosten werden sich auf rund 60 Millionen Euro belaufen. Bahnchef Grube hält daher Preissteigerungen bei den Tickets für möglich.

Während sich alle über die Rabatte bei der Ökostrom-Förderung streiten, gibt die Bahn nach und möchte künftig mehr Abgaben zahlen. Mit dieser Entscheidung könnte der Staatskonzern ein Vorbild für andere Unternehmen sein, denn die EU-Kommission hat es seit längerer Zeit auf die Sonderrechte für die Industrie abgesehen und verlangt Änderungen von der Bundesregierung.

Wie ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte, werde die Bahn ab 2014 einen reduzierten Satz für die Strom-Eigenerzeugung, die bislang komplett befreit war, gemäß dem EEG abführen. Diese neue Regelung betreffe auch alle anderen Bahnen, die Strom von der DB erhalten. Aufgrund dieser Änderungen müssten die Bahnen im nächsten Jahr mit Mehrkosten in Höhe von 58 Millionen Euro rechnen. Der Marktführer Deutsche Bahn wird dabei den Großteil der Kosten tragen. Wie das Unternehmen berichtete, seien an der Lösung sowohl die Netzbetreiber als auch das Bundesumweltministerium und die Bundesnetzagentur beteiligt gewesen.

Die Deutsche Bahn ist der größte Stromverbraucher Deutschlands und produziert rund 70 Prozent der Energie durch Beteiligungen an Kraftwerken selbst. Der erzeugte Strom wird anschließend durch ein eigenes Netz geleitet. Von diesem Anteil wird die Bahn in Zukunft auf zehn Prozent die EEG-Umlage von 6,24 Cent pro kWh und auf den Rest einen reduzierten Satz von 0,05 Cent pro kWh zahlen. Allerdings sei es noch unklar, inwieweit für die letzten Jahre noch eine Abgabe entrichtet werden müsse. In diesem Zusammenhang verwies eine Sprecherin der Netzbetreiber auf die Bundesnetzagentur, die sich jedoch zu dem Vorgang noch nicht äußern konnte. Das Bundesumweltministerium traf hingegen eine klare Aussage: „Wir geben grundsätzlich keinen Kommentar zu Auseinandersetzungen zwischen Netzbetreibern und Unternehemen.“

Alles rund um die neuen Bahnpreise

Die neuen Preise der Bahn sind ab dem 15.12.2013 gültig. Allerdings gelten für rund 80 Prozent der Fahrten des Nahverkehrs die jeweiligen Tarife eines Verkehrsverbundes. Für die übrigen 20 Prozent ist der Kauf eines Bahn-Regionaltickets notwendig. Mit welchen Mehrkosten die Bahnkunden rechnen müssen, hängt von der Strecke ab, auf der man unterwegs ist. Bei Fahrten mit dem ICE sind Preiserhöhungen von ein bis vier Prozent zu erwarten; im Fernverkehr steigt der Normalpreis um ca. 2,5 Prozent. Im Nahverkehr müssen Bahnkunden mit einer 3,2-prozentigen Preissteigerung für Zeitkarten und Standardtickets rechnen.

Für die Hälfte der 360 Millionen jährlichen Fahrten im Fernverkehr fällt keine Preiserhöhung an, da weder die Zeitkarten noch die Bahncard 100 teurer werden. Abgesehen davon werdeb Preissteigerungen für die Teilstrecken auf der Linie Düsseldorf-Berlin entfallen. Dieses „Entgegenkommen“ der Bahn ist eine Art Dankeschön für die zahlreichen Verspätungen, die die Fahrgäste auf dieser Strecke in Kauf nehmen müssen.

 

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