Aluminium-Luft-Batterie für Autos

Das Auto statt mit teurem Benzin einfach mit Wasser auftanken. Was wie ein Wunschtraum klingt, könnte schon in naher Zukunft Wirklichkeit werden. In Israel haben Forscher des Unternehmens Phinergy eine neue Batterie für Elektrofahrzeuge entwickelt, die ein komplettes Jahr ausschließlich mit Wasser auskommt. Das enorme Potenzial dieser Technologie zeigt sich auch daran, dass sich der amerikanische Präsident Barack Obama bei seinem Israelbesuch persönlich über den Entwicklungsstand informiert hat.

Wasser spielt zentrale Rolle

Die in Wasser enthaltene Energie kann natürlich nicht mit der hoch konzentrierten chemischen Energie in Benzin mithalten. Mit Wasser lässt sich zudem auch nicht die für eine Batterie von Elektroautos benötigte Energie erzeugen. Dennoch ist das Wasser der entscheidende Faktor um mit der innovativen Technologie von Phinergy den Strom für Elektroautos zu gewinnen. Als eigentliche Energiequelle dient dabei Aluminium. Hierfür wurde eine spezielle Aluminium-Luft-Batterie mit einer aus Aluminium bestehenden Anode entwickelt. Bei der Erzeugung der benötigen elektrischen Energie wird das Aluminium verbraucht wobei die Flüssigkeit zwischen den beiden Elektronen in erster Linie aus Wasser, Natrium- oder Kaliumhydroxid besteht. Rein theoretisch können aus einem Kilo Aluminium acht Kilowattstunden Strom gewonnen werden. In der Praxis sind es derzeit jedoch nur vier Kilowattstunden. Ausgehend vom Gesamtgewicht des kompletten Systems ergibt sich aktuell eine Kapazität von 0,3 Kilowattstunden pro Kilogramm.

Hohe Kapazität der Aluminum-Batterie

Im Vergleich zu einer herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterie besitzt die Aluminium Batterie eine um die dreifache höhere Kapazität. Durch verschiedene Weiterentwicklungen soll bereits in absehbarer Zeit eine Kapazität von einer Kilowattstunde pro Kilogramm erreicht werden. Hierzu ist unter anderem geplant die Elektrolytmenge, um einiges zu reduzieren. Wurden mit dem Fahrzeug einige Kilometer zurückgelegt verfügt das Elektrolyt über ausreichend Aluminium-Ionen. Anschließend muss lediglich das verbrauchte Wasser durch neues ersetzt werden und schon kann die Fahrt weitergehen. Dieser Vorgang kann solange wiederholt werden, bis die Aluminium-Elektrode aufgebraucht ist und ersetzt werden muss. Nach Angaben der Entwickler reicht es aus, diese bei der jährlichen Inspektion auszutauschen. In der Zwischenzeit muss das Fahrzeug nur mit Wasser betankt werden. Damit sich die neue Technologie auch tatsächlich am Markt durchsetzen wird, hat das Unternehmen bereits im Vorfeld ein entsprechendes Gesamtkonzept entwickelt.

Tankstellen als Versorger von Frischwasser

Das Konzept sieht unter anderem vor, dass Tankstellen die Aufnahme und Zwischenlagerung der Aluminiumlösung übernehmen. Damit sollen die frei werdenden Kapazitäten aus dem rückläufigen Diesel- und Benzinverkauf ausgeglichen werden. Dazu können Sie die Fahrzeuge auch mit dem benötigten Frischwasser versorgen. Das verbrauchte Wasser könnte nach Ansicht der Entwickler recycelt und zur Herstellung von neuem Aluminium genutzt werden. Die hierfür benötigte Energie könne beispielsweise von Windkraftanlagen zur Verfügung gestellt werden. Dies passt unter anderem ins Konzept der deutschen Energiewende bei der verstärkt auf den Einsatz von Windkraftanlagen gesetzt wird. Die regionalen Schwankungen ließen sich durch die verbreitete Verwendung des regenerativen Stroms leichter ausgleichen.

Elektroautos künftig mit zwei Batterien

Um eine Blockadehaltung der Hersteller von konventionellen Lithium-Batterien zu vermeiden sollen diese als strategische Partner gewonnen werden. So ist es geplant Elektroautos künftig sowohl mit einer konventionellen und einer Aluminium-Luft-Batterie auszustatten. Für kürze Strecken können die klassische Batterie genutzt werden, die sich abends einfach wieder aufladen lässt. Soll es einmal etwas weiter gehen kommt dann die Aluminium-Luft-Batterie zum Einsatz.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.