Alle Infos rund um die Formel E

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© Hersteller

Keine Abgase, kein Benzingeruch und auch kein lautes Motorengeheul. Puristen wird das Ambiente eines Formel-E-Rennens wohl eher abschrecken, aber die hohen Geschwindigkeiten bleiben erhalten. Im Rahmen der Formel E traten am 13. September zum ersten Mal Elektrorennwagen in Peking gegeneinander an. Im Zuge der Premierensaison werden insgesamt 10 Rennen ausgetragen, eines davon auch in Deutschland: Am 30. Mai 2015 kommt die Formel E nach Berlin, um dort auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof das vorletzte Rennen der Saison auszutragen.

Für einen Tag wird die Innenstadt zur Rennstrecke

Bei der Formel E geht es etwas bescheidener zur Sache, was die Rennveranstaltungen selbst betrifft. Gefahren wird nicht auf den normalen Rennstrecken wie z.B. dem Hockenheimring, sondern auf eigens dafür eingerichteten Stadtkursen. Da solche Veranstaltungen schnell zu einem kleinen Verkehrschaos führen können, dauern sie auch nur einen Tag. Training, Qualifikation und Rennen finden alle im Zeitraum von 7 Uhr morgens bis 17 Uhr am späten Nachmittag statt. Zumindest in dem Punkt ist die Formel E der Formel 1 in Sachen Geschwindigkeit um einiges voraus. Das rennen selbst wird etwa eine Stunde dauern, wobei sich die Anzahl der runden an der Länge des jeweiligen Kurses orientiert.

Auch wenn die Formel E zu Beginn auf den einen oder anderen noch etwa exotisch wirken mag, so findet sich darin doch eine Reihe an bekannten Namen. Rennställe wie Super Aguri (Japan) und Audi Sport ABT (Deutschland) sind in der Szene alles andere als unbekannt. Hinzu kommt, dass sich einzelne Teams noch die Unterstützung prominenter Persönlichkeiten sichern konnten. Dazu zählen beispielsweise der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Alain Prost (E.Dams), der Schauspieler Leonardo Di Caprio (Venturi GP) und Marco Andretti (Andretti Motorsport).

Eine weitere Besonderheit liegt in der Tatsache, dass jedes Team den gleichen Rennwagen fahren wird – zumindest in der ersten Saison. Jeder Fahrer kurvt also mit einem Spark-Renault SRT_01E durch die Innenstädte. Das Fahrzeug ist eine Koproduktion mehrerer namhafter Unternehmen: Der Elektromotor und die Bordelektronik kommen von McLaren, Williams liefert die Batterien, das Chassis wird von Dallara gebaut und die reifen stammen von Michelin. Die Koordination des ganzen wird von Renault-Ingenieuren übernommen. Sie haben die Gesamtverantwortung für das Fahrzeug und kümmern sich darum, dass am Ende alle Teile zusammenpassen.

Und damit gleich zur nächsten Besonderheit: Spark-Renault liefert gleich 40 Fahrzeuge, denn jeder Fahrer muss während des Rennens einmal das Fahrzeug wechseln, damit das Rennen nicht zu früh endet. Vielleicht werden in nicht allzu ferner Zukunft auch Rennen an der Ladestation entschieden. Im Moment dürfte das jedoch sowohl für Fahrer als auch Zuschauer etwas zu langatmig werden.

Was leisten die Elektrorennwagen?

Der Elektromotor des Spark-Renault SRT_01E leistet im normalen Modus 203 PS (150 kW). Das Maximum liegt zwar mit 271 PS (200kW) deutlich höher, darf aber nur im Qualifying und im Training genutzt werden. Von 0 auf 100 geht es in 3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 225 km/h abgeriegelt. Viel mehr ist auf den z.T. engen und kurvenreichen Stadtkursen ohnehin nicht möglich.
Völlig neu ist die Möglichkeit der Motorsport-Fans, auf die Leistung der Elektroflitzer Einfluss zu nehmen. Dem Fahrer mit den meisten Erwähnungen im Social-Media-Bereich wird die ihm zuteil gewordenen Aufmerksamkeit mit mehr PS honoriert. Der sogenannte FanBoost löst per Knopfdruck eine Erhöhung der Leistung aus. Dem Fahrer stehen also kurzfristig 244 PS (180 kW) zur Verfügung. Das kann für ein entscheidendes Überholmanöver oder den Ausbau eines Vorsprungs ausreichen.

Es ist kein Zufall, dass die Rennen publikumsnah auf Stadtkursen stattfinden, denn die Formel E soll die Beliebtheit von Elektroautos steigern. Neben der eigentlichen Rennveranstaltung findet an jedem Austragungsort über vier Tage auch noch eine Formel E Motor Show statt. Dort können sich Motorsport-Fans und Interessierte ausgiebig über Technik und Vorteile der Elektromobilität informieren. Daneben gibt es natürlich auch noch alle Informationen rund um die Formel E selbst.

Im Fernsehen werden die Rennen zwar übertragen, jedoch im Moment nur via Pay-TV. Der Sender Sky hat sich die Übertragungsrechte gesichert und überträgt alle Rennen live, und zwar immer samstags. Zu diesen Rechten gehören auch die Bereiche IPTV, Internet und Mobile. Die Höhepunkte eines jeden Rennens können im Anschluss daran aber auch kostenlos in der Sky-Mediathek (sky.de/mediathek) eingesehen werden. Das nächste Rennen findet am 22. November in Malaysia statt.

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