Wissenswertes zu E-Bikes: 10 Tipps für mehr Reichweite

Dieter Schütz / pixelio.de

Dieter Schütz / pixelio.de

Wer zum ersten Mal von E-Bikes hört oder beabsichtigt, sich ein elektrisch angetriebenes Fahrrad zuzulegen, fragt sich natürlich, wie es um deren Reichweite bestellt ist. Dank der modernen Akkus schaffen E-Bikes  teilweise Strecken von mehr als 100 Kilometern, wenn die Bedingungen dafür stimmen. Es liegen aber bekanntlich längst nicht immer optimale Bedingungen vor. Darüber hinaus ist die Reichweite auch vom eigenen Fahrstil abhängig. Wir haben im Folgenden daher Wissenswertes in Form von 10 Tipps und Tricks zusammengestellt, mit denen sich die Reichweite der E-Bikes voll ausnutzen bzw. noch erhöhen lässt.

1. Reichweite und Kapazität – die Zusammenhänge

Im Grunde ist es ganz einfach: Was der Akku hergibt, das spiegelt sich auch in der Reichweite wider. Wer diesbezüglich zwischen verschiedenen Modellen einen Vergleich durchführen möchte, nimmt als Merkmal die Wattstunden (Wh) des Akkus. Je mehr Wattstunden der Akku speichern kann, desto höher auch die daraus resultierende Reichweite. Ist dieser Wert nicht angegeben, kann er auch einfach selber berechnet werden, indem Voltstärke (V) und Amperestunden (Ah) multipliziert werden.

2. Richtig in die Gänge kommen

Eine der Eigenarten von E-Bikes liegt darin, dass sie im höheren Drehzahlbereich weniger Energie verbrauchen. Es gilt also, spät hoch- und früh wieder herunterzuschalten. Genau das umgekehrte Verhalten wie beim Auto. Das hat seinen Grund, denn bei niedriger Trittfrequenz hat der Motor mehr zu arbeiten, was den Energieverbrauch nach oben und die Reichweite nach unten treibt. Idealerweise liegt die Trittfrequenz zwischen 60 und 70 Kurbelumdrehungen pro Minute. Bei höheren Frequenzen kommt der Motor in einem weit geringeren Maße zum Einsatz.

Das ist übrigens auch für die Gesundheit des Fahrers besser, wie Erkenntnisse aus der Sportmedizin belegen. Muskulatur, Kniegelenke und Kreislauf kommen besser weg, wenn die Trittfrequenz gleichmäßig im oberen Bereich bleibt und nicht langsam in schwere Gänge getreten werden muss.

3. Mehr Meilen dank richtigem Modus

Moderne E-Bikes verfügen über mehrere stufen der Motorunterstützung. Wer zum ersten Mal damit unterwegs ist, wählt nicht selten die höchste Stufe aus, um das neue Fahrgefühl zu genießen und auch mit vergleichsweise niedriger Anstrengung recht sportlich unterwegs zu sein. Während eine hohe Unterstützungsstufe gewählt ist, steigt aber auch der Energieverbrauch entsprechend an, was die Reichweite des Akkus entsprechend verkürzt. Irgendwo muss die Energie ja schließlich herkommen. Wer mehr auf Reichweite denn Bequemlichkeit setzt, reduziert die Motorunterstützung auf ein niedrigeres Niveau. Das gilt vor allem für Fahrten auf ebener Strecke oder bergab. Im letzten Fall kann auch mal ganz auf die Unterstützung verzichtet werden.

4. Gleichmäßig und vorausschauend fahren

Hier ist es beim E-Bike nicht anders als beim Auto. Wer oft bremst und wieder beschleunigt, erhöht den Energieverbrauch ganz beträchtlich. Am effizientesten fahren E-Bikes jedoch, wenn über den Großteil der Strecke eine einheitliche Geschwindigkeit beibehalten werden kann, sodass möglichst wenig Energie in eine erneute Beschleunigung investiert werden muss. Eine vorausschauende Fahrweise kann dabei genauso behilflich sein wie der folgende Tipp:

5. Mit einer cleveren Routenplanung unterwegs

Dass der kürzeste Weg nicht immer auch der beste sein muss, wird bei E-Bikes und deren Effizienz deutlich. Je ungestörter man mit seinem Rad unterwegs ist, desto besser wirkt sich das auf die Reichweite aus. E-Bike-Fahrer kommen auf eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit als normale Radfahrer, sofern es sich bei letzteren nicht gerade um Spitzensportler handelt. Da kann es auch ratsam sein, lieber den einen oder anderen Umweg zu nehmen, um beispielsweise Ampeln oder andere Hindernisse, die zum Anhalten oder Verlangsamen zwingen, zu umfahren. Weniger Unterbrechungen führen zu einer höheren Reichweite.

Ein guter Ratschlag ist es, das E-Bike schon vor dem Kauf auf der Hauptstrecke zu testen. Damit ist jene Route gemeint, die künftig wohl am häufigsten gefahren wird wie beispielsweise der Weg zur Arbeit. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob der Akku ausreichend ist oder eine höhere Kapazität benötigt wird.

6. Die richtige Pflege für mehr Reichweite

Die physikalischen Gesetze sind unerbittlich: Wo Reibung entsteht, müssen bei der Bewegungsenergie Einbußen hingenommen werden. Es gilt also, Widerstände von vornherein zu minimieren. Das lässt sich beispielsweise durch die regelmäßige Überprüfung des Reifendrucks erzielen. Je weniger Luftdruck in den Reifen vorliegt, desto größer die Fläche, mit der die Reifen auf der Straße aufliegen und desto höher Widerstand und Energieverbrauch. Wer dann noch regelmäßig die Kette ölt, kann den Rollwiderstand dauerhaft auf niedrigem Niveau halten und so die Reichweite des Akkus verlängern.

7. Zwei Akkus für doppelte Reichweite

Es ist einfach wie logisch: wer sich einen zweiten Akku am E-Bike montiert, verdoppelt damit seine Reichweite. Einer, der es wissen muss, ist Maximilian Semsch, seines Zeichens Reise- und Abenteuerradler. Er gehört zu den Vorreitern in Sachen E-Bikes und ist damit bereits über eine Distanz von 16.000 Kilometern durch Australien getourt. Dank seiner Akkustrategien musste er davon nur 400 Kilometer ohne Motor zurücklegen.

Wer keine riesigen Distanzen zurücklegen, sondern einfach nur den Weg zur Arbeit und zurück bewältigen möchte, kann sich auch einfach einen Ersatzakku zulegen. Dieser kann dann zusammen mit einer Ladestation am Arbeitsplatz verbleiben.

8. Aerodynamik verbessern

Im Gegensatz zu herkömmlichen E-Bikes haben elektrisch betriebene Liegeräder einen Vorteil in Sachen Aerodynamik. Durch Bauart und Position des Fahrers ist der Luftwiderstand während der Fahrt geringer, was sich folglich auch auf Energieverbrauch und Laufleistung des Akkus auswirkt. Vergleiche mit konventionellen E-Bikes, die mit dem gleichen Elektromotor und Akkus ausgestattet waren, konnten diesen Effekt belegen.

Wer lieber beim konventionellen Fahrrad bleiben möchte, hat aber ebenfalls Möglichkeiten, seinen Luftwiderstand zu verringern. Der Luftwiderstand des Oberkörpers lässt sich durch eine tiefere Sitzposition und durch höhenverstellbare Vorbauten regulieren.

9. Die Frage nach der Reichweite

Mittlerweile sind Experten zu der Ansicht gelangt, dass künftig weniger die Frage nach der absoluten Reichweite von hoher Relevanz sein wird als jene nach einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur. Immerhin liegt die durchschnittliche Distanz bei der Hälfte aller im Alltag zurückgelegten Strecken unter fünf Kilometern.

10. Das E-Bike bleibt auch ohne Strom mobil

Das E-Bike nimmt im Bereich der Elektromobilität eine Sonderstellung ein, denn es erreicht sein Ziel auch dann, wenn der Akku leer ist. Denn letzten Endes ist es noch immer ein Fahrrad, das auch mit Muskelkraft betrieben werden kann. Und das soll ja auch für die Gesundheit alles andere als schlecht sein.

Kommentare sind geschlossen.