Electric Vehicle Index: Deutschland könnte schon bald ein wichtiger Produktionsstandort für E-Autos werden

Elektrofahrzeuge

Georg Sander / pixelio.de

Laut der neuen Ausgabe des Electric Vehicle Indexes (EVI), der von McKinsey & Company erstellt wird, sind Deutschland, Japan, Frankreich und die USA weiterhin Vorreiter im Bereich der Elektromobilität. Der EVI zeigt, wie weit die Entwicklung der Märkte für Elektromobilität in den jeweiligen Ländern vorangeschritten ist. Dabei werden verschiedene Kriterien untersucht, um ein möglichst genaues Bild zu erhalten. 

An der Spitze gab es im Vergleich zum Vorquartal zwar keine Änderungen, doch der EVI zeigt auch dieses Mal interessante Entwicklungen, wie man einem Beispiel auf der Anbieterseite erkennen kann: „Unserer Prognose für 2018 zufolge werden in Deutschland dann mehr E-Autos als in den USA produziert werden“, sagte Christian Malorny, Experte für Elektromobilität und Direktor des Berliner Büros für McKinsey. 2018 würden dann rund 370.000 E-Fahrzeuge in Deutschland hergestellt werden, verglichen mit 268.000 in den USA und 74.000 in Frankreich. Laut der Prognose werde Japan das wichtigste Produktionsland sein: Dort sollen schätzungsweise 950.000 E-Fahrzeuge gefertigt werden.

Erste Anzeichen für diese Entwicklungen lassen sich bereits heute erkennen. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt nehmen zahlreiche Hersteller teil, die ihre neuen Modelle mit innovativen Antrieben und modernen Designs vorstellen. Die Autos, die dort präsentiert werden, sollen in den nächsten Monaten auf den Markt kommen. Dann wird sich auch zeigen, wie gut die jeweiligen Autos bei den Verbrauchern ankommen und welcher Hersteller die Nase vorn hat.

Japan wird laut McKinsey auch in Zukunft den ersten Platz im Ländervergleich besetzen – was nicht nur an der rosigen Produktionsprognose, sondern auch an dem bereits hohen Marktanteil von E-Autos liegt. Die USA, die auf Platz 2 stehen, überzeugen weiterhin durch die größte staatliche Förderung für die Forschung und Entwicklung der E-Autos sowie die höchste Anzahl an zugelassenen E-Fahrzeugen.

Wie funktioniert der McKinsey Electric Vehicle Index (EVI)? 

Seit 2010 untersucht McKinsey im Rahmen seines Electric Vehicle Index vierteljährlich die Entwicklung der Elektromobilität auf Länderebene. Dabei werden die zwölf Nationen untersucht, in denen das Thema „Elektromobilität“ eine besonders wichtige Rolle spielt: Deutschland, Großbritannien, China, USA, Spanien, Japan, Italien, Irland, Frankreich, Dänemark, Portugal und Südkorea.

Der Index beschäftigt sich mit zwei gleich gewichteten Kriterien: Der Nachfrage nach Elektroautos und deren Nutzen (Nachfrageseite) sowie der Produktion und staatlichen Entwicklungs- und Forschungsförderungen (Anbieterseite). In diesem Zusammenhang lassen sich folgende Indikatoren unterteilen:

Nachfrageseite: 

– Marktanteil und Verfügbarkeit von E-Autos
– Staatliche Kauf- oder Nutzungsprämien
– Kostenersparnisse im Vergleich zu herkömmlichen Autos

Anbieterseite: 

– Anzahl der vorgestellten Prototypen einheimischer Hersteller
– 5-Jahres-Vorhersage für die Produktion von Elektroautos
– Staatliche Förderung in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie bei der Verbesserung der
Infrastruktur

Da der Electric Vehicle Index sehr umfangreich ist und viele Kriterien berücksichtigt, bietet er gute Prognosen für die Zukunft. Doch ein Hellseher ist auch der Index nicht: Wie sich die Elektromobilität in den jeweiligen Ländern tatsächlich entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

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